Seitenkopf von Struppi & Co - Tierärztliche Gemeinschaftspraxis - Hundeschule
Kinder und Hunde spielen auf einer Wiese

Hunde und Kinder

Wenn Kinder mit Hunden zusammenleben, kommen den „ranganmaßenden Gesten“ eine besonders wichtige Bedeutung zu. Sie sind häufig die Ursache für Konfliktsituationen, in denen Kinder unter Umständen von Hunden verletzt werden.
Die meisten Eltern wollen, dass der Hund im Status unter den Kindern steht – und den wenigsten ist klar, dass dies erst der Fall sein kann, wenn das oder die Kinder die Pubertät erreicht haben. Vorher wird ein erwachsener Hund fast immer Statusbeziehungen etablieren, in denen er über dem Kind steht. Dies liegt daran, dass eine Rangbeziehung immer etwas ist, was aktiv zwischen zwei Individuen herausgebildet wird. Kinder bis zu einem bestimmten Alter können dabei einfach noch nicht aktiv mitarbeiten.
Deshalb können Eltern den Kindern auch keine Statusposition gegenüber dem Hund zuweisen. Solche Modelle sind von der Natur nicht vorgesehen. Eltern können das Verhalten des Hundes gegenüber Kindern steuern/beeinflussen, solange alle in einem Raum sind. Dies hat aber keine Auswirkungen in die Zukunft. Sind die Eltern abwesend, werden die Karten aus der Sicht des Hundes neu gemischt.
Und dann könnten Probleme entstehen, wenn Kinder dem Hund gegenüber Verhaltensweisen zeigen, die dieser als ranganmaßend empfindet. Dazu gehört zum Beispiel, dass dem Hund die Arme um den Kopf oder auf die Schulter gelegt werden. Dem Hund eine Hand auf den Rücken legen oder sich bei einem liegendem Hund aufstützen sind ebenfalls ranganmaßende Gesten. Wie unter Hunden bekommt der Nachwuchs seine Warnungen, wenn er die Nase zu weit vorstreckt. Diese Warnungen gehen von subtilen Signalen bis zu tatsächlichen Drohungen und offensiven Handlungen (Schnappen).
Da schon Erwachsene manche Signale von Hunden übersehen oder falsch interpretieren, kann man sich vorstellen, dass Kindern hier noch mehr Probleme haben. Aufgrund von Kommunikationsproblemen können dann schnell Konfliktsituationen entstehen, die besonders für Kinder unangenehm oder sogar gefährlich sein können.
Eltern sollten Kinder und Hunde also nie unbeaufsichtigt lassen - zumal Kinder ja auch durchaus ihre Späße mit Tieren treiben und auch so Konfliktsituationen entstehen können.
Und abseits von „Rangordnung“ kann der Hund dann das Verhalten eines (ihn umarmenden oder festhaltenden) Kindes auch schlicht als Bedrohung empfinden und sich dagegen verteidigen wollen.